Gedichte

Hin und weg

(1) Tuten und Blasen

Der Tisch ist leer,
die Tafel rasiert,
die Butter noch nicht aufs Brot geschmiert,
die Butter noch gar nicht erfunden.
Ohne Minuten, was wären die Stunden?

Das Haus ist kahl,
der Hof verschlossen,
die Träume noch nicht ins Kraut geschossen,
die Träume noch uninterpretiert.
Ohne Ecken, was wär ein Geviert? read more / weiterlesen

Gedanken

Der Eigenbrötler in der Großbäckerei

von Martin Bartholmy

Vermischte Überlegungen zum Werk von Hans Magnus Enzensberger, genauer, zu seinen Essays und der Entwicklung, die sein Denken genommen hat, wobei auch der Lyrik geringer Platz eingeräumt wird, aber wirklich nur ein ganz geringer.

(Ein Remix zweier Texte, beide vor Jahren pseudonym im Druck erschienen.)

Wenn einer in einer Kochnische ein in einer Marktnische gefundenes und aus einer ökologischen Nische stammendes Ökoprodukt zubereitet, folgt dann, dass das fertige Gericht ein Nischenprodukt ist? – Eine Denksportaufgabe, und wer, wenn nicht ein Meisterdenker, wird die Antwort finden? read more / weiterlesen

Geschichte

Davor ist danach nur anders

Die Fredl-Fesl-Phalanx und Verwandte verschollener Art.
Eine Erzählung in Aufgesang, Vorrede, Nacherzählung und Abgesang

Aufgesang

Mein Hut hat eine Ecke,
eine Ecke hat mein Hut,
und hätt er nicht eine Ecke,
dann hing er nicht so gut
an der Huthaltestange,
eckenlos wär er absolut
nur ein Hut, ein Hut von der Stange,
ein Kopfbedeckattribut.

Vorrede

Die Fredl-Fesl-Phalanx für redliches Wurzelgemüse schreibt sich (selbst) ohne Bindestrich. Die Fredl-Fesl-Phalanx-Fremden wissen das nicht, sie bindestricheln. Auch in der Fredl-Fesl-Phalanx (selbst) wirds falsch gemacht. Das wurmt die Oberen, obgleich die Oberen sehr dafür sind, den Namenszusatz wegzulassen. Sie nennen das Brandmarktung, heißt, der Name soll für sich (selbst) sprechen. Außerdem: Auf das x von Fredl-Fesl-Phalanx folgt ein gGmbH. Eigentlich. Die Eigenen lassens weg – es klingt schofel. Die Anderen lassens auch weg – seis aus Faulheit, seis aus Ignoranz oder weils korinthenkackerhaft wirken könnte. Ein kleines g vor großem G, wie sieht das aus. read more / weiterlesen

Gedichte

Streifen schwarz, Streifen weiß, Reifen und ein Kreisverkehr

Wie mancher schon an einen Zebrastreifen trat
und sagte: Straße, oh, hier überquer ich dich!,
und dann, als es im Ernst ans Überqueren ging,
verließ der Mut ihn, sah er erst die Autos alle,
die ungebremst und volle Kanne brausten,
dass ihn der Schreck erfüllte – wie manchem so
ging es auch ihr, sie zögerte, suchte die Lücke,
doch um die Kurve kamen viele viel zu schnell read more / weiterlesen