Sie bewegte sich behutsam. Selbst kleine Geräusche verursachten einen unangenehmen Hall. Sie kippte ein Fenster. Die Luft war staubig und trocken. Draußen, vor dem Haus, die Entrümpler : zwei stauten die Ladung, die anderen beiden rauchten. Die Wohnung jetzt leer. Eine Bürde, aber sie fühlte nicht, dass etwas von ihr abfiel. Sie ging durch die zweieinhalb Zimmer, schaute ins Bad – gut, Toilettenpapier war noch da. read more / weiterlesen
Unter fremden Sternen
Bin nicht, wo ich wohne,
bin nicht, wo ich weile,
halbiert in drei Teile,
fünftes Rad in der Fußgängerzone,
total ausm Tritt. read more / weiterlesen
Der Fußwärmer
Ein Fenster, vier Flügel,
und einer steht offen,
sie lehnt hinaus,
ist da etwas zu hoffen?
Die Stube ist schattig,
Stuhl, Schemel stehn tief,
am Schrank Hut und Mantel,
ist da jemand, der rief?, read more / weiterlesen
Carsten Brandes: Bei C&A in Leer
Jetzt einmal etwas von jemand anderem, nämlich:
Carsten Brandes.
BEI C&A IN LEER.
Meine schönsten Gedichte.
Aus der Reihe: Experten geben Auskunft 0002.
15×10,5cm. 32 Seiten. 8,00 Euro.
116 Z 1.214 / ISBN 978 3 941936 10 2
Die schönsten Gedichte von Carsten Brandes in einem Band.
-> mehr zu dem Büchlein gibt es hier.
Nicht nur sind die Gedichte in diesem Bändchen in der Tat sehr schön, sehr schön ist auch die Gestaltung dieser Sammlung im Kleinformat – mit vielen Bildern und mit viel Liebe.
Besonders freut mich, dass diese Sammlung auch drei Gedichte von mir enthält – genauer : drei Nachdichtungen, die ich von von Gemüsegedichten des Autors angefertigt habe, Nachdichtungen, bei denen ich jeweils versucht habe, die Brandessche Poesie in eine südliche Abart der deutschen Sprache zu übertragen.
Vorgestellt wird das Buch – mit Musik und großem Bahnhof – am
Donnerstag, den 26. März 2026 um 20:00 Uhr in Berlin.
-> alles weitere zu diesem fabulösen Event findet sich hier.
Gewisse Kreise. Ein Doppelweg
(Geschichte und Poem erschienen zuerst am 30. August 2025 in der Wochenendbeilage der jW)
I. Auf dem Weg zur deutschen Botschaft
Obacht, denkt er, im Dämmerlicht Washingtoner Metrostationen ist schlecht Zeichen lesen, doch nach Farragut, denkt er, kommt Dupont, und damit liegt er richtig, und also hier aussteigen : board and alight – erst an Bord und dann ans Licht. Auf dem Bahnsteig geht es nun in welche Richtung? Vermutlich ists gleich, und also geht er gegen die Fahrtrichtung, aus Prinzip, denkt er, denn gibt man dir eine Richtung vor, ists allemal gut, sich zu widersetzen, aus Prinzip; er geht durchs Drehkreuz, und auf der Rolltreppe Blick aufs Täfelchen – die Anzeige sagt : 78 Grad! Darunter steht treudeutsch Fahrenheit – und doch versteht mans nicht. read more / weiterlesen

Diese Erzählung ist zuerst erschienen in faulheit & arbeit, der Wochenendbeilage Nr. 123 der jW für den 30. Mai – 1. Juni 2026