Gedichte

Pflicht und Kür (25)

Ein Wochentagebuch in zwei Teilen
37. Kalenderwoche 2020

>> 36. Kalenderwoche

(25.1)

Von Krankheiten, verheerenden, ham wir viel gehört,
von Helden, zu verehrenden, die die Gefahr nicht schert,
von Masken ohne Bällen, von Händewäscherei,
von schweren, leichten Fällen – und wir, wir warn dabei.

Und sind wir noch dabei, dann könn wir später sagen,
was warn die Zeiten schwer – doch wir kannten kein Klagen,
wir ham uns durchgebissen, wir ham uns top geschlagen,
und kam einer zu nah, dann schrien wir: Maske tragen! read more / weiterlesen

Geschichte

Haushaltsgeräte und einige ihrer Epigonen, Folge 12

12. Der Spülschwamm und einige seiner Genossen

Ein Spülschwamm, ein frommer Kerl, eben hat er einmal wieder ohne zu Murren seinen Mitbewohnern, den Tellern, Tassen, Schüsseln und dem Besteck, mehr als nur die Füße gewaschen, ein demütiger Spülschwamm wird nach getaner Arbeit gepresst, gebogen, bezupft und gewrungen, dann wird das Müllfach aufgezogen, und noch bevor der Schwamm etwas sagen kann (er kann seinen Mund nicht finden), bevor er seinen Brüdern und Schwestern auf dem Abtropfgestell zurufen kann: Etwas besseres als den Tod finden wir überall, da liegt er im Abfall, im Müll, im Kudder, und nicht viel später findet er sich wieder, treppab, treppab, bei den Tonnen, wo er aber auskommt, und statt in der schwarzen, liegt er vor der gelben Tonne – auf etwas. Was ist das?
Metall. Schmutzig ist es nicht. Könnte aber eine Politur vertragen. Ein Zylinder, eine Tülle. Die Tülle sagt: Guten Tach.
Der Schwamm, nun findet er seinen fussligen Mund, sagt: Oh – hallo. Nanu? – Sehr erfreut. read more / weiterlesen