Wer zu viel über seine Wurzeln grübelt, macht sich zum Gemüse
Ein Essay
von Martin Bartholmy
(1)
Lotta niggas go to prison,
How many come out Malcolm X?
I know, I’m not shit,
Can’t even talk about the rest.
Famous last words: You under arrest.
(The Roots: Tip the Scale)
Ist das, was wir sind, ist das, was uns ausmacht, das heißt, ist unsere Identität etwas Innerliches, ist sie etwas Äußerliches?
Ohne langes Überlegen würden die meisten auf diese Frage vielleicht antworten, dass unsere Identität – oder sagen wir: unser Selbst – innerlich ist, denn geht es dabei nicht um das, was uns im Kern ausmacht, also um unsere Essenz?
Andererseits, tief in uns hineinschauen können nur wir selbst (und auch da gibt es blinde Flecke) – und wird überhaupt unser Selbstbild nicht, viel stärker als durch uns, durch die Anderen um uns herum bestimmt, die uns quasi als Echokammer dienen? Zumal es von diesen Anderen sehr viel mehr gibt, als von uns, und wir uns in den Anderen, wenn nicht erkennen, so doch uns von ihnen anerkannt sehen wollen.
Neger mit geglättetem Haar und Frauen, die Perücken tragen, sind allesamt sehr viel lächerlicher als eine Slapstickkomödie. Man muss sich, sieht man’s, fragen, ob der Neger jeden Begriff von seiner Identität, jeden Bezug zu sich selbst ganz und gar verloren hat.
(The Autobiography of Malcolm X)
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