Gedichte

Unter fremden Sternen

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Das Sternenbanner auf einem Dach, im Vordergrund eine Backsteinwand mit zugemauerten Fenstern.Bin nicht, wo ich wohne,
bin nicht, wo ich weile,
halbiert in drei Teile,
fünftes Rad in der Fußgängerzone,
total ausm Tritt.

In der Lobby des Hotels
ist es etwas zu kühl,
dafür blinken an der abgehängten Decke
leuchtdiodisch die Sterne
und wärmen den Sinn;
die Hände lassen sie kalt.
Den Eintretenden beschlägt die Brille
(so sie eine tragen),
den Abtretenden dampft der Atem
(so sie einen haben),
und ich, im Zwischenraum,
der bestirnte Himmel über mir,
ich pendle mich ein,
ich pendle mich aus: Gut, besser, so là là,
die Zeit die war,
die Zeit, die sein wird,
die Zeit, die immer noch ist,
Halbwertszeit, Zuguterletztzeit,
Hierundjetztzeit.

Bin nicht, was ich meine,
bin nicht, was ich trage,
Laminat mit einer Lage,
Berlin an der Seine,
Eis am Stück.

Ich denke mir die Dioden als Sterne,
ferne, doch warm,
und dabei sind sie nicht mehr,
diese Sterne, sie warn,
vor vielen Lichtjahrn,
und Energiesparn könn sie nicht,
ihr Licht macht nicht warm.
Doch wie arm
sind im Vergleich
die Leuchter,
die Luftbefeuchter,
die Heizstrahler,
die Stimmungsaufheller,
die haben Nutzen, nützen,
wie Wintermützen,
sind begreifbar, greifbar,
Salz ohne Suppe,
aber nicht die Sterne,
Schaufenster ohne Puppe,
die Sterne sind Sehnsucht, sind schnuppe.

***

In der Lobby des Hotels
ist es etwas zu kühl,
das Gestühl, die Sessel durchgesessen,
vermackt, fleckig die Tische.
Ich wische mit der Hand über die Platte.
Der Lack bleibt speckig, schrammig.
Dafür funkeln an der abgehängten Decke
Punkte, Zacken, Konstellationen : Leuchtdioden
… das Haus hat drei Sterne.

Bin nicht, wo ich wohne,
bin nicht, wo ich weile,
halbiert in drei Teile,
fünftes Rad in der Fußgängerzone,
total ausm Tritt.

Das Sternenbanner auf einem Dach, im Vordergrund eine Backsteinwand mit zugemauerten Fenstern.