Gedichte

Himmelbeet

Alle, die in Schönheit gehen,
alle, die sehr hässlich sind,
werden, wenn sie auferstehen,
faulig sein und voller Grind.
Nur wer modert, fault und schimmelt,
ganz zerfällt und voll vergeht
wird von Blumen angehimmelt.

Alle, die in Erde stecken,
alle, die der Mulch umhegt,
werden, wenn wir einst verrecken,
abgeschnitten, umgelegt.
Nur was welkt, verblüht, verdorrt,
sich zersetzt und fort ist – futsch,
zeigt, nichts bleibt; am Ende ist das Wort

Eine Osterglocke in zerbrösendem Betonbeet vor einer brüchigen Treppe

Foto: Martin Bartholmy (eine hochauflösende Version dieses Bildes gibt es hier)