Gedichte

Pflicht und Kür (21)

Ein Wochentagebuch in zwei Teilen
33. Kalenderwoche 2020

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(21.1)

Ein Blatt, ein Loch

Ein Blatt, ein Loch

Ein Blatt mit Loch

plus noch

ein Loch

doch ists zu hoch

(22.2.)

Ce trou,
ce trou,
ce trou
à tout coup,
ce trou,
deviendra fou
et, à raison de vous,
ce trou sera tout à fait fou
comme un loup-garou, un kangourou,
et ça ce passe parce que autour
on joue
aux billes, mais ça échoue,
et le trou,
tout vide, jusqu’au bout,
désir beaucoup
le cou doux d’un cailloux.

°

Oh hole,
oh hole
– a whole
mole
stole
our sole
coal hole –
how then to console
the cold tadpole
the shivering foal,
and the frozen oriole
without a hole
and lack of coal,
holy-moly!

°

Wenn etwas ist
—————-+ ist etwas da
——————IST
und ist mehr da von etwas,
dann ist dem Etwas mehr
– meist.
————Doch das Loch
nimmt sich hier aus, denn
zwar ein Loch, ist ein Loch, ist ein Loch,
ist Leerstelle, Leerraum, Lücke,
doch ein Loch, noch und nöcher,
ist keines, und sind es sehr viele Löcher
verschwindet das Loch im Plural seiner selbst
– ist es Magie, ist es Autophagie? – :
Zwei, vier, sechzehn,
Löcher kann man zählen, sehen,
bei zweihundertsechsundfünfzig,
bei fünfundsechzigtausendfünfhundertsechsunddreißig
ist weder Wald, noch Stamm, ist nur noch Reisig.
Nehmen die Löcher überhand,
wird verschwinden – schwindet – schwand
das Loch.
Loch braucht Grenze, Rand.

Laub, Samenkapseln und ein Loch im Boden

Ein Loch, verlandet
Foto: Martin Bartholmy (eine hochauflösende Version dieses Bildes gibt es hier)

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