Gedichte

Pflicht und Kür (18)

Ein Wochentagebuch in zwei Teilen
30. Kalenderwoche 2020

>> 29. Kalenderwoche

(18.1)*

Gleich um die Ecke wuchs Katharine Hepburn auf,
der Vater Arzt, die Mutter Suffragette,
und nebenan wohnte Mark Twain, campte Huck Finn
(Twain rauchte Pfeife, Hepburn Zigarette).
Viele Bücher, viele Filme,
die meisten Oscars, der Top-Roman.
Was noch? – Ein Buch, dass die Frage bejahte,
ob Literatur die Welt verändern kann. read more / weiterlesen

Geschichte

Haushaltsgeräte und einige ihrer Epigonen, Folge 9 + 10

>> Folge 7 + 8

9. Die Bratengabel

In meinem in der bösen Zeit erschienenen Hausfrauenlexikon gibt es weder einen Eintrag zur Bratengabel, noch einen zur Gabel an sich. War den Herren dieser Zeit jenes mehrzinkige Gerät zu ambivalent und also zuwider? Oder hielten sie es für eine überflüssige französische Verfeinerung, heißt für ein Gerät der Esskultur, welche es, wie andere Kultur auch, abzuschaffen galt, ging es beim germanischen Essen doch um den Nährstand einer-, den Fressstand andererseits? – Ich weiß es nicht. Im zitierten Hausfrauenlexikon gibt es keinen Eintrag zu Kultur, doch der Eintrag, der sich ungefähr an der aufgeschlagenen Stelle befindet, deutet in diese Richtung:
Kulinarisch – entbehrliches lateinisches Fremdwort mit der Bedeutung „auf die Kochkunst bezogen” read more / weiterlesen

Gedichte

Pflicht und Kür (15)

Ein Wochentagebuch in zwei Teilen
27. Kalenderwoche 2020

>> 26. Kalenderwoche

(15.1)

Ein Sockel steht allein, darauf ein Fuß, vom Grünspan ist er ziemlich mitgenommen, hat lange keine Politur bekommen, steht nur noch dort, weil er dort stehen muss, denn um zu gehn, fehlt ihm das Gegenstück – ist es davongehüpft? hat mans gestohlen? Buntmetalldiebe, Teufel ließ es holen? – ein Schnallenschuh, nichts weiter blieb zurück; auch fehlt am Stein die Widmung, fehlt der Name, nur Krakel, A im Kreis und auch resist ist neben fuck und ACAB alles was man liest, … vielleicht dient das hier später zur Reklame? Man stellt ein Landei auf, ein Trum – doch, Ironie, es kippelt, schwankt – es fällt : Humpty-Dumpty. read more / weiterlesen

Gedichte

Pflicht und Kür (14)

Ein Wochentagebuch in zwei Teilen
26. Kalenderwoche 2020

>> 25. Kalenderwoche

(14.1)

Geradeaus erst, dann irgendwie comichaft hochhüpfen, trudeln,
ganz eine deutsche Identität cineastisch hochjubeln, total
gaga etwas dilletantisch irrsinige Clownerien halb testweise
ganz eigentlich dekadent ins Chaos hetzen, trügerisch
gestohlene Elegien darbieten in Choreographien höchster Torheit,
geile Eklogen draufpacken, idiotische Choräle, hinkende Terzinen,
gern etwas Dramatisches, Intensives, Cooles – Hauptsache Text.

Gedichte entstehen durch inniges Chaos, heißt, teils elliptisch.
Geht es denn irgendwie chirurgischer, heller, transparenter? – :
Geradeaus – ein dilletantisch in Choreographie hinkender Text. read more / weiterlesen

Geschichte

Haushaltsgeräte und einige ihrer Epigonen, Folge 7 + 8

>> Folge 5 + 6

7. Das Wiegemesser

Messer sind nach dem Verwendungszweck zu wählen. In der Küche leistet das kleine Küchenmesser die besten Dienste, während man zum Brot- oder Schinkenschneiden eines langen Messers bedarf. Als zweckmäßig haben sich dabei sägeförmige Messer erwiesen, mit denen sich auch Tomaten leicht schneiden lassen. Messer aus rostfreiem Stahl sind sehr praktisch, verchromte Messer müssen nach dem Schleifen neu verchromt werden. Man reinigt alle Messer, auch Tischmesser, in warmem, nicht heißem Wasser, entfernt Flecke mit Putzpulver und einem Korken und poliert sie auf einem gespannten Stück Leder. Rost lässt sich mit Asche und Petroleum abreiben. Zwiebelgeruch entfernt man, indem man die Klinge mit Salz abwischt. read more / weiterlesen