Geschichte

Im Wald keine Räuber

Da läuft einer, läuft los und wird überfahren, und es gibt keinen Auflauf, keinen Krankenwagen, nichts. Was ist los?

Aber vielleicht muss man, ums zu verstehen, beginnen mit der Straße. Oder, besser, wir beginnen mit dem Wald. Durch den Wald führt erst keine Straße. Und dann ist eine da. Das kommt vor, Zeit und Veränderung. Aber, was für ein Wald war das, was für ein Wald ist das? Danach war er nicht mehr der selbe wie zuvor. Immer noch leben in ihm die Bäume, richtig, gibt es die Jahreszeiten, auch bei den Insekten hat sich nicht viel getan, und die insektenverputzenden Vögel fühlen sich in ihm wohl, so oder so. Mit Ausnahme des Eichelhähers. Dazu später. read more / weiterlesen

Geschichte

Neu erschienen – Das Haus in der Höhe (Roman)

Der Roman Das Haus in der Höhe spielt zwischen 1940 und ungefähr heute, u.a. am Federsee, in Stuttgart, Frankfurt, Berlin sowie in Hawaii und Alaska.

Es geht um: Gebäude, Gebäude – und einige Architekten – die schöne Kunst und die schöne Fälschung – der Stuttgarter Hauptbahnhof und sein Doppelgänger – hawaiianisches und deutsches Brauchtum im Vergleich – Bötchen, Boote, ein U-Boot sowie die USS Arizona – Aschenbecher – Teufelshündchen nebst Rumänen auf Fahrrädern – Geschwisterliebe – Wasserstoff- und andere Bomben – bergsteigende Fische, tote Wale, lebendige Wale, versenkte Wale – Entenmaler und Eifel-Maar-Maler – die Sonne, die liebe Sonne – Auslandsdeutsche treffen Deutsche im Ausland – das Märchen von Norman und Fee – Opernbrandstiftung – die Gefahren belgischer Kaufhäuser – ein Antennenwald im Walde – kriegsbedingter Hotelmangel – die Rolle des Glaubens in der Gegenwart – Scheinanlagen – die Macht der Musik und die Lockungen des Liedes – verlorene Telefone und verlegte Briefe.

Lese- und Hörproben:

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Gedichte

Frühjahr, vorgeahnt

Der Frühling naht,
am Haus, die Fenster kippen,
und, schwer auf Draht,
sieht man die ersten Kinder wippen.

Nutzlos und kalt
am Heizkörper die Rippen,
am Festerspalt
sieht man die Raucher Kippen schnippen.
Der Schnee wird bald
vergehn wie auf Asphalt
die Zigarettenkippen.

Der Frühling naht,
nun muss man nicht mehr schippen,
und wer malad,
schnupft Heu statt zu vergrippen.

Eine einsame Osterglocke vor dem bröckelnden Beton einer Treppe, rechts davon die weiße Rückseite eines Schilds sowie eine braune Tür, ein braunes Geländer

Grau gilbt, Grau gelbt
Foto: Martin Bartholmy (eine hochauflösende Version dieses Bildes gibt es hier)

Geschichte

Das Haus in der Höhe (3)

Martin Bartholmy: Das Haus in der Höhe (Roman)
580 Seiten, gebunden, 28 Euro
ISBN: 978-3-7526-0492-4

Ein Auszug aus Kapitel 26 (Text und Audio)

<Der Sturm>

Kleine feuchte Tapser fangen auf jeder Stufe das Licht der Lampen. Tageslicht seit Tagen keines; im Bullauge der Tür am Treppenende schwappt dunkelgraue Suppe.
Gerhild ist schlecht. Heute ists ein besseres Schlecht im Gesamtschlecht der letzten – wie vielen Tage eigentlich? Besser vielleicht durch Gewöhnung. Durch Abstumpfung wird alles, was nicht furchtbar ist, zu einem Silberstreif. Sie hatte es aufs Deck geschafft, entsetzlich, war nur einmal gestürzt, autsch, das Knie tat weh, das war gut – sie hatte ein Knie und dieses Knie gab ihr eine Einzelheit, an der konnte sie sich festhalten, weil sie war anders, als der Einheitsbrei aus Wetter, Wachkoma und Weberschiffchen … endlos raste es hin und her, und die Kettfäden fluppten es wie eine Bogensehne hoch, dann runter, links und rechts und auch das andere Links und Rechts und fluppten es bis tief hinein in die xte Dimension. read more / weiterlesen

Geschichte

Das Haus in der Höhe (2)

Martin Bartholmy: Das Haus in der Höhe (Roman)
580 Seiten, gebunden, 28 Euro
ISBN: 978-3-7526-0492-4

Ein Auszug aus Kapitel 3 (Text und Audio)
Handlungsort und -zeit: Stuttgart, 1940

<Drei Baumeister im Bahnhof>

Am nächsten Morgen, als Carl pünktlich um halb neun eintritt, ist Elsaesser bereits im Bahnhofslokal. Wie er Carl sieht, schnellt er vom Sitz, lacht und winkt mit einer Zeitung, der Times, woher er die wohl hatte?
Elsaesser war alt geworden, wenn auch nur im Gesicht, der Gang federnd, noch immer war der Mann auf dem Sprung, nur dass jeder Sprung seine Unterschrift rund um Augen und Mund hinterlassen hatte. Er erzählt, auch seine Anreise von Berlin her ist mehrmals unterbrochen worden, Fliegeralarm: Nehme an, Görings wilde, verwegene Jagd hat die Briten aus dem Norden geschasst, was? Dafür solls dann, wie man hört, hier unten gefunkt haben. read more / weiterlesen