Geschichte

Das Haus in der Höhe (3)

Martin Bartholmy: Das Haus in der Höhe (Roman)
580 Seiten, gebunden, 28 Euro
ISBN: 978-3-7526-0492-4

Ein Auszug aus Kapitel 26 (Text und Audio)

<Der Sturm>

Kleine feuchte Tapser fangen auf jeder Stufe das Licht der Lampen. Tageslicht seit Tagen keines; im Bullauge der Tür am Treppenende schwappt dunkelgraue Suppe.
Gerhild ist schlecht. Heute ists ein besseres Schlecht im Gesamtschlecht der letzten – wie vielen Tage eigentlich? Besser vielleicht durch Gewöhnung. Durch Abstumpfung wird alles, was nicht furchtbar ist, zu einem Silberstreif. Sie hatte es aufs Deck geschafft, entsetzlich, war nur einmal gestürzt, autsch, das Knie tat weh, das war gut – sie hatte ein Knie und dieses Knie gab ihr eine Einzelheit, an der konnte sie sich festhalten, weil sie war anders, als der Einheitsbrei aus Wetter, Wachkoma und Weberschiffchen … endlos raste es hin und her, und die Kettfäden fluppten es wie eine Bogensehne hoch, dann runter, links und rechts und auch das andere Links und Rechts und fluppten es bis tief hinein in die xte Dimension. read more / weiterlesen

Geschichte

Das Haus in der Höhe (2)

Martin Bartholmy: Das Haus in der Höhe (Roman)
580 Seiten, gebunden, 28 Euro
ISBN: 978-3-7526-0492-4

Ein Auszug aus Kapitel 3 (Text und Audio)
Handlungsort und -zeit: Stuttgart, 1940

<Drei Baumeister im Bahnhof>

Am nächsten Morgen, als Carl pünktlich um halb neun eintritt, ist Elsaesser bereits im Bahnhofslokal. Wie er Carl sieht, schnellt er vom Sitz, lacht und winkt mit einer Zeitung, der Times, woher er die wohl hatte?
Elsaesser war alt geworden, wenn auch nur im Gesicht, der Gang federnd, noch immer war der Mann auf dem Sprung, nur dass jeder Sprung seine Unterschrift rund um Augen und Mund hinterlassen hatte. Er erzählt, auch seine Anreise von Berlin her ist mehrmals unterbrochen worden, Fliegeralarm: Nehme an, Görings wilde, verwegene Jagd hat die Briten aus dem Norden geschasst, was? Dafür solls dann, wie man hört, hier unten gefunkt haben. read more / weiterlesen

Geschichte

Neu erschienen – Das Haus in der Höhe (Roman)

Der Roman Das Haus in der Höhe spielt zwischen 1940 und der ungefähren Gegenwart, u.a. am Federsee, in Stuttgart, Frankfurt, Berlin sowie in Hawaii und Alaska.

Es geht unter anderem um: Gebäude, Gebäude – und einige Architekten – die schöne Kunst und die schöne Fälschung – der Stuttgarter Hauptbahnhof und sein Doppelgänger – hawaiianisches und deutsches Brauchtum im Vergleich – Bötchen, Boote, ein U-Boot sowie die USS Arizona – Aschenbecher – Teufelshündchen nebst Rumänen auf Fahrrädern – Geschwisterliebe – Wasserstoff- und andere Bomben – bergsteigende Fische, tote Wale, lebendige Wale, versenkte Wale – Entenmaler und Eifel-Maar-Maler – die Sonne, die liebe Sonne – Auslandsdeutsche treffen Deutsche im Ausland – das Märchen von Norman und Fee – Opernbrandstiftung – die Gefahren belgischer Kaufhäuser – ein Antennenwald im Walde – kriegsbedingter Hotelmangel – die Rolle des Glaubens in der Gegenwart – Scheinanlagen – die Macht der Musik und die Lockungen des Liedes – verlorene Telefone und verlegte Briefe.

Im Folgenden als eine erste Lese- und Hörprobe ein kurzer Auszug aus dem 6. Kapitel. read more / weiterlesen

Gedichte

Pflicht und Kür – Die Übersicht

Für ein halbes Jahr – zwischen der 13. und der 38. Kalenderwoche -, das heißt, von Mitte März bis Mitte September 2020 erschien hier das Wochentagebuch Pflicht und Kür, bestehend aus jeweils zwei Gedichten, der formstrengen Pflicht, gefolgt von der freier gefügten Kür.

In dem Zyklus, der hier als Text sowie als Tonaufnahme vorliegt, geht es um die große, seltsame Welt ebenso wie um ihr privates, auch nicht unulkiges Gegenstück, um alles dazwischen und, versteht sich, um die Kunst. Beschlossen wird das Ganze von einer Coda, und in somit 53 Gedichten (und den dazu gehördenden Fotos) ist das mittlere Halbjahr des Jahres 2020 eingekapselt. – Wohl bekomms!

read more / weiterlesen

Gedichte

Pflicht und Kür (25)

Ein Wochentagebuch in zwei Teilen
37. Kalenderwoche 2020

>> 36. Kalenderwoche

(25.1)

Von Krankheiten, verheerenden, ham wir viel gehört,
von Helden, zu verehrenden, die die Gefahr nicht schert,
von Masken ohne Bällen, von Händewäscherei,
von schweren, leichten Fällen – und wir, wir warn dabei.

Und sind wir noch dabei, dann könn wir später sagen,
was warn die Zeiten schwer – doch wir kannten kein Klagen,
wir ham uns durchgebissen, wir ham uns top geschlagen,
und kam einer zu nah, dann schrien wir: Maske tragen! read more / weiterlesen